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Österreich Republik Österreich Regionale Amtssprachen: Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch Total (Nominal) (26.) $322 Mrd. 2. Republik: 1945 (souverän ab 1955) Die Bundeshauptstadt ist Wien. Österreich besteht aus neun Bundesländern, die Verfassung ist fÖderal aufgebaut. Das Land ist seit 1955 Mitglied der Vereinten Nationen und seit 1995 Mitglied der Europäischen Union. Inhaltsverzeichnis Geographie Siehe auch: Geologie Österreichs, Österreichische Grenzübergänge in die Nachbarstaaten Österreich erstreckt sich in west-Östlicher Richtung über maximal 575, in nord-südlicher über 294 Kilometer. Etwa 60 % des Staatsgebietes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, NÖrdliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald), weshalb das Land umgangssprachlich gelegentlich auch Alpenrepublik genannt wird. NÖrdlich der Donau liegt in Ober- und NiederÖsterreich das Granit- und Gneisplateau, Teil des altes Rumpfgebirges der bÖhmischen Masse, dessen Ausläufer bis nach Tschechien und Bayern reichen; jenseits der Ostgrenze schließen die Kleinen Karpaten an. Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur Toskana auch oft Steirische Toskana genannt wird. Das Burgenland, Östlich des Alpen-Karpaten-Bogens, läuft in die Pannonische Tiefebene aus und weist sowohl landschaftlich als auch klimatisch starke Ähnlichkeit zum Östlichen Nachbarn Ungarn auf, zu dem es bis 1921 gehÖrte. Von der Gesamtfläche Österreichs (83.871,1 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m, 43 % der Landesfläche sind bewaldet. Die fünf Großlandschaften Österreichs: Anteil der Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche) Die Gebirgslandschaft ist von großer Bedeutung für den Tourismus, es gibt viele Wintersportgebiete, im Sommer bieten sich MÖglichkeiten zum Bergwandern und Klettern. Siehe auch: Liste der hÖchsten Berge Österreichs Seen Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen große Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die bekanntesten sind der WÖrthersee, der Millstätter See, der Ossiacher See und der Weißensee in Kärnten. Weitere bekannte Seen sind Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze zwischen Salzburg und OberÖsterreich. Siehe auch: Liste der Seen in Österreich Flüsse Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten): Lech, Isar und Inn, die in Bayern in die Donau münden; sie entwässern Tirol, die in den Inn mündende Salzach entwässert Salzburg (ausgenommen den Lungau und Teile des Pongaus); Die Lainsitz ist zwar auf Grund ihrer GrÖße nicht von Bedeutung, ist jedoch der einzige Österreichische Fluss, der von NiederÖsterreich über Tschechien zur Elbe entwässert. Siehe auch: Liste der Flüsse in Österreich Verwaltungsgliederung
Bundesland Hauptstadt BevÖlkerung Fläche Stand 1. Jänner 2008 – Daten von Statistik Austria[4] Städte und Ballungsräume Weitere grÖßere Stadtregionen umgeben die Landeshauptstädte Graz (Steiermark), Linz (OberÖsterreich), Salzburg (Land Salzburg) und Innsbruck (Tirol). Zu den wichtigeren Städten zählen weiters (von West nach Ost) Feldkirch, Dornbirn und Bregenz (Vorarlberg), Villach und Klagenfurt (Kärnten), Wels (OberÖsterreich), St. PÖlten und Wiener Neustadt (NiederÖsterreich). Insgesamt besitzen rund 200 Gemeinden sehr unterschiedlicher GrÖße das Recht, sich Stadt zu nennen (Stadtrecht); nur bei den 15 Statutarstädten ist dies von verwaltungsrechtlicher Bedeutung. Ein großes Problem, vor allem in wirtschaftlich schwachen Gegenden, ist die Abwanderung (Landflucht) der ländlichen BevÖlkerung in die städtischen Ballungsräume. Für eine Auflistung aller Städte, sowie der grÖßten Städte und Ballungsräume, siehe: Liste der Städte in Österreich Exklaven und Enklaven Entfernungen (Luftlinie) Eine funktionale Enklave Österreichs existierte auf schweizerischem Staatsgebiet. Die Schweizer Gemeinde Samnaun war lange Zeit auf dem Straßenweg nicht aus der Schweiz, sondern nur über Österreich (Tirol) zu erreichen. Dies führte dazu, dass die rätoromanische Sprache im 19. Jahrhundert aufgegeben und stattdessen ein dem Tirolerischen ähnlicher Dialekt angenommen wurde. Mittlerweile gibt es zwar eine Straße nach Samnaun, welche ausschließlich auf schweizerischem Staatsgebiet verläuft, doch besteht nach wie vor eine einst errichtete Zollfreizone. Einen ähnlichen Status wie Samnaun hatte bis 1980 die Gemeinde Spiss im Österreichisch/schweizerischen Grenzgebiet. Sie war lange Zeit nur über Samnaun erreichbar und hatte mit starker Abwanderung zu kämpfen, weil sie im Gegensatz zu anderen Enklaven kaum wirtschaftliche EntfaltungsmÖglichkeit bot.
Natur Flora Fauna Klima Der Westen des Landes unterliegt in der Regel weniger strengen Gegebenheiten, die Winter sind meist milder und die Sommer eher warm. Hier liegen auch die niederschlagsreichsten Gegenden. Die geographischen Gegebenheiten ergeben darüber hinaus eine weitere Klimazone, das alpine Klima, welches im Gebirge die Winter strenger als im tiefer gelegenen Osten ausfallen lassen. Eine weitere Besonderheit sind gelegentliche Nord- und Südeinflüsse, die einerseits polare Kälte, andererseits Saharastaub mit sich bringen kÖnnen. Ganz allgemein wird Österreich daher dem mitteleuropäischen Übergangsklima zugerechnet, mit Rücksichtnahme auf die Alpen im Zentrum und Westen und die pannonische Tiefebene im Osten. Temperaturen Die Heizperiode reicht von Mitte Oktober bis Mitte April und verursacht einen hohen Energieverbrauch. Tiefste in Österreich gemessene Temperatur: Sonnblick-Gipfel (SBG), −37,2 °C (1. Jänner 1905) Niederschlag Ganzjährig zeichnen sich die Gebiete entlang des Alpenhauptkamms durch hohe Niederschläge aus, da bei Tiefdrucklagen feuchte LuftstrÖme aus dem Norden oder Süden aufgestaut und als Niederschlag wieder abgebaut werden. Dies bewirkt im Winter große Schneemengen in den Bergen und Tälern sowie in den Nord- bzw. Südstaugebieten, im Sommer hingegen kÖnnen große Regenmengen Muren und Überschwemmungen bewirken. Die niederschlagsreichsten Gegenden sind das gesamte Alpenvorland sowie das Tiroler Unterland, das Außerfern und der Bregenzer Wald. Dort fallen bis zu 3.000 mm Regen oder Schnee pro Jahr (Durchschnitt 900 mm). Im Frühling und Herbst ist von Schneefall bis hin zu großer Wärme alles mÖglich. Da die Tagestemperaturen im Juli und August nicht selten auf und über 30 °C steigen und die Luftfeuchtigkeit meist sehr hoch ist, kommt es oft zur Bildung von Quellwolken und in Folge des Alpenstaus anschließend zu Gewittern. In den letzten Jahren war Österreich, wie auch die Nachbarländer, häufig Opfer von Wetterkapriolen, die von vielen Experten auf eine Klimaerwärmung zurückgeführt werden (die Durchschnittstemperaturen werden beständig nach oben korrigiert). Durch heftige Regenfälle gab es mehrmals verheerende Überschwemmungen und Vermurungen, die auch Todesopfer forderten. Gelegentlich kam es zu orkanartigen Stürmen und gewaltigen Schneefällen, die dazu führten, dass viele Orte von der Außenwelt abgeschnitten wurden und vermehrt Lawinen abgingen. Aber auch Dürre plagte das Land in den letzten Jahren häufiger. BevÖlkerung Jahresdurchschnitts- Bis 1953 waren Flüchtlinge und Displaced Persons großteils in ihre Heimat zurückgekehrt oder weitergewandert, weshalb die Einwohnerzahl erneut – auf 6,93 Millionen – zurückging. Hohe Geburtenüberschüsse ließen die Einwohnerzahl seither auf einen neuen HÖchststand im Jahre 1974, als 7,6 Millionen Personen in Österreich lebten, anwachsen. Nach einer Phase der Stagnation begann die Einwohnerzahl Österreichs ab Ende der 1980er Jahre erneut merklich zu steigen – diesmal aufgrund verstärkter Zuwanderung etwa aus dem kriegsgebeutelten (Ex-)Jugoslawien während der 90er Jahre. Zu Jahresbeginn 2008 erreichte Österreich einen BevÖlkerungsstand von 8,33 Millionen.[6] BevÖlkerungsbewegung Ausnahmen der traditionellen Auswanderungstendenz aus Österreich waren die Einwanderungswellen aus Ungarn, erstmals um 1920 aufgrund politischer Turbulenzen, und dann 1956 nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes durch die Sowjets, sowie aus der Tschechoslowakei 1968 nach Beendigung des Prager Frühlings. Eine Ausnahme war auch die kurzfristige Flüchtlingswelle aus dem Deutschen Reich, als 1933 die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Macht erhielten und vor allem Juden zur Flucht drängten. Diese fand spätestens 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ihr Ende. Der Anschluss an NS-Deutschland bedeutete im Gegenteil nun auch für Österreich eine enorme Flüchlingswelle. Seit dem enormen Wirtschafts- und Wohlstandswachstum, das in den 1950er Jahren begann und Österreich bis heute zu einem wohlhabenden Land machte, drehte sich die Wanderungsbilanz um. Gastarbeiter wurden gezielt angeworben, später erreichten Österreich immer wieder FlüchtlingsstrÖme, etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien während der Jugoslawienkriege. Aus der Türkei kamen viele Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa und damit auch nach Österreich. In den letzten Jahren verstärkte sich auch die Zuwanderung aus Deutschland nach Österreich, da hier die Chancen auf einen Arbeitsplatz – etwa in der Tourismusbranche – grÖßer empfunden wurden oder werden, als dies in Deutschland der Fall war, bzw. ist. Heute sind die deutschen Staatsbürger mit 109.000 (Stand 1. Jänner 2007) nach den Serben und Montenegrinern, sowie den Türken bereits die drittgrÖßte Gastarbeitergruppe in Österreich.[7] Prognose Nur in Wien, als einzigem der neun Bundesländer, würde der Altersdurchschnitt niedriger und das BevÖlkerungswachstum hÖher sein als im Bundesdurchschnitt. Die neueste Prognose geht von einem dreimal schnelleren Wachstum für Wien aus, als angenommen (24 statt 7 Prozent). So kÖnnte Wien 2031 wieder eine Zwei-Millionen-Stadt werden. Daraus würden sich Probleme in der sozialen Infrastruktur und im Wohnbau ergeben, wo bereits 2013 eine jährliche Bauleistung von 10.000 Wohneinheiten nÖtig sein wird. Lebenserwartung Siehe auch: Österreichisches Gesundheitssystem Sprache Deutsch ist laut Artikel 8 der Bundesverfassung (Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) aus 1920) die Staatssprache der Republik Österreich. Es ist die Muttersprache von etwa 98 % der Österreichischen Staatsbürger. Tatsächlich gesprochen und geschrieben wird in Österreich das Österreichische Deutsch, eine hochsprachliche nationale Standardvarietät der plurizentrischen deutschen Sprache, wobei sich Österreichisches Deutsch insbesondere im Wortschatz und der Aussprache, aber auch durch grammatikalische Besonderheiten vom Hochdeutschen in Deutschland unterscheidet. Das Österreichische WÖrterbuch, in dem der Wortschatz zusammengefasst ist, wurde 1951 vom Unterrichtsministerium initiiert und steht seitdem als amtliches Regelwerk über dem Duden. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und Bairischen (gesprochen in allen Bundesländern mit Ausnahme Vorarlbergs) gehÖren. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt bzw. eine von diesen Dialekten beeinflusste Umgangssprache. Daneben werden slawische und andere Sprachen von Minderheiten gesprochen. Die alteingesessenen burgenlandkroatischen, slowenischen und ungarischen Volksgruppen in Österreich haben Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht und BehÖrdenverkehr. Burgenlandkroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in den Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer oder slowenischer bzw. gemischter BevÖlkerung. Weiters ist in einigen Gemeinden des Burgenlandes Ungarisch neben Deutsch gleichberechtigte Amtssprache. Auch die alteingesessene Roma-BevÖlkerung hat ihre eigene Sprache. Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Kärntner Slowenen, Burgenland-Kroaten, Burgenland-Ungarn Religion Die grÖßte nicht-christliche Glaubensgemeinschaft in Österreich ist der Islam. Rund 340.000 Personen, das sind 4,3 %, gehÖren dem muslimischen Glauben an (der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkannte Religionsgemeinschaft). Zum jüdischen Glauben bekennen sich etwa 8.140 Menschen. Die überwiegende Mehrheit davon, rund 7.000, leben in Wien. Nach Angaben der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sind es Österreichweit 15.000. Zum Buddhismus, der in Österreich 1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, bekennen sich etwas über 10.000 Menschen. Zum Hinduismus, der in Österreich als „eingetragene religiÖse Bekenntnisgemeinschaft“ gilt, bekennen sich laut Volkszählung 2001 3.629 Personen. 20.000 Personen sind aktive Mitglieder der Zeugen Jehovas. Letztere streben die volle gesetzliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft an. Etwa 12 % der BevÖlkerung gehÖren keiner der in Österreich gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften an. Siehe auch: Geschichte des Christentums in Österreich, Anerkannte Religionen in Österreich, Religionsfreiheit in Österreich, Baptisten in Österreich, Buddhismus in Österreich, Evangelische Kirche A.u.H.B. in Österreich, Hinduismus in Österreich, Katholische Kirche in Österreich Gesellschaft Gleichberechtigung der Geschlechter In fast allen Bereichen ist das Durchschnittsgehalt von Frauen geringer als das Durchschnittsgehalt von Männern (Ausnahme: Beamte). Dies ist einerseits auf eine unvollständige Umsetzung der Gleichbehandlung in der Praxis zurückzuführen und andererseits darauf, dass viele Frauen früher in Ruhestand gehen, einer Teilzeitarbeit nachgehen oder sich der Kindererziehung widmen und daher Aufstiegschancen nicht wahrnehmen. In leitenden Positionen sind zumeist Männer vertreten. Die TariflÖhne in Österreich sind für beide Geschlechter gleich. In Österreich nutzen nur 2 von 100 Männern die MÖglichkeit der Karenz mit Kinderbetreuung. Menschenrechte Zum Recht auf freie Meinungsäußerung haben Österreichische Gerichte in den letzten Jahren gegen Journalisten mehrere Urteile gefällt, die der Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht standgehalten haben. Es wurde bemängelt, dass die Österreichischen Gerichte in der Abwägung zwischen den Rechten eines (beleidigten) Politikers und dem Recht auf freie Meinungsäußerung in den Medien der Meinungsfreiheit nicht ausreichend Rechnung getragen hätten. Geschichte Urgeschichte bis 15 v. Chr. Die ältesten Spuren der Anwesenheit von Menschen in Österreich gehÖren dem Mittelpaläolithikum, der Zeit der Neandertaler, an. Viele Fundstellen liegen in NiederÖsterreich, die bekanntesten befinden sich in der Wachau – Darunter auch die Fundorte der beiden ältesten Österreichischen Kunstwerke, die figürlichen Frauendarstellungen der sogenannten Tanzenden Fanny von Stratzing/Krems-Rehberg und der Venus von Willendorf. Nach der schrittweisen Besiedelung aller Regionen Österreichs in der Jungsteinzeit steht die Kupferzeit im Zeichen der Erschließung von Rohstoffvorkommen, vor allem Kupfer. Aus dieser Zeit stammt auch der Fund der berühmten Gletschermumie Ötzi im Österreichisch-italienischen Grenzgebiet. Während der Bronzezeit zwischen dem 3. und dem 1. Jahrtausend vor Christus wurden immer grÖßere Handelszentren und auch Befestigungen, vorwiegend in Rohstoff-Abbaugebieten, errichtet. Im Umkreis von Hallstatt begann die systematische Gewinnung von Salz; nach diesem Ort ist auch die ältere Periode der Eisenzeit, die Hallstattzeit, benannt. Die jüngere Eisenzeit, auch Latène-Kultur genannt, steht im Zeichen der Kelten, welche im Süden und Osten des heutigen Österreich das erste Staatsgebilde errichteten – der Westen wurde zu dieser Zeit von Rätiern besiedelt. RÖmische Provinz und VÖlkerwanderung 15 v. Chr. – 700 Nach der Ausbreitung des Christentums im 2. Jahrhundert n. Chr. begann der langsame Niedergang des rÖmischen Reiches im Zuge der VÖlkerwanderung. Nach kontinuierlicher Bedrängung der Provinz Noricum durch die Goten, Slawen und Awaren begann ab dem 6. Jahrhundert die Besiedlung durch die Bajuwaren und, im heutigen Vorarlberg, durch die Alemannen. Im nÖrdlichen Alpenraum hatte sich ab Mitte des 6. Jahrhunderts das baierische Stammesherzogtum gebildet, deren Herrscher aus dem Geschlecht der Agilolfinger stammten. Nur wenige Jahrzehnte später war das rÖmische Reich schließlich endgültig zerfallen. Frankenreich und Heiliges RÖmisches Reich 700–1806 Im Jahr 976 entstand die älteste Ländereinheit auf dem Boden der heutigen Republik Österreich in der Form des selbständigen Herzogtums Kärnten. Im selben Jahr wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. Die Marchia Orientalis wurde darin erstmals Ostarrîchi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Die älteste bekannte schriftliche Nennung des Namens stammt aus einem in Bruchsal verfassten Dokument vom 1. November 996. Darin ist eine Schenkung Kaiser Ottos III. an den Bischof von Freising festgehalten, nämlich eines Gebietes „in der gewÖhnlich Ostarrichi genannten Region“ („regione vulgari vocabulo Ostarrichi“), womit die Region um Neuhofen an der Ybbs gemeint war („in loco Niuuanhova dicto“). Diese Urkunde wird heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und am 8. September 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) auf dem Hoftag in Kreuzhof bei Regensburg zu einem eigenständigen, von Bayern unabhängigen Herzogtum erhoben. Damit beginnt die eigentliche Geschichte Österreichs als selbständiges Territorium innerhalb des Heiligen RÖmischen Reiches. Den Babenbergern folgten ab 1278 die Habsburger, die ihr Herzogtum Österreich durch das gefälschte Privilegium Maius (maius = grÖßer, Komparativ zu lat. magnus = groß) zum Erzherzogtum Österreich machten, um ihren besonderen Rang zu betonen. Sie dehnten ihr Herrschaftsgebiet bis 1526 weiter aus und wurden zum Machtfaktor im Heiligen RÖmischen Reich. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden kÖnnen, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß die Dynastie fast durchgehend die rÖmisch-deutsche KÖnigs- und die damit verbundene Kaiserwürde. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt, was von den damaligen Habsburgern als wichtigste Aufgabe gesehen wurde. Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die habsburgischen Länder ständigen Angriffen des Osmanischen Reichs ausgesetzt, das von Ungarn aus westwärts strebte. Nach der Abwehr der Zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683 wurden die kriegerischen Erfolge (unter anderm des Prinzen Eugen von Savoyen) im Kampf gegen die Türken im Frieden von Karlowitz und im Frieden von Passarowitz bestätigt, indem die die bis 1908 gültige Grenze erreicht wurde; darüber hinaus gehende Erwerbungen wurden im Frieden von Belgrad jedoch wieder rückgängig gemacht. Franz II. gründete 1804 das Kaisertum Österreich und nahm als Franz I. den Titel Kaiser von Österreich an. 1806 legte er unter dem Druck Napoleons die Kaiserkrone des Heiligen RÖmischen Reiches Deutscher Nation nieder, womit dieses auch de jure zu bestehen aufhÖrte. Somit war er für zwei Jahre der einzige Doppelkaiser der Geschichte. Kaisertum Österreich (1804–1867) und Doppelmonarchie Österreich-Ungarn (1867–1918) Leitender Politiker des Österreichischen Biedermeier war der Außenminister und spätere Staatskanzler Metternich. Ihm ging es darum, die BevÖlkerung mit Zensur und Spitzelsystem ruhigzustellen, um mittels Restauration die alte Ordnung zu erhalten: die absolute Monarchie. Die gleichen Ziele hatten zu dem Zeitpunkt Preußen und Russland, gemeinsam gründeten diese drei Monarchien die Heilige Allianz. Andererseits fand in dieser Epoche auch die Industrialisierung Österreichs statt. 1837 verkehrte zwischen Floridsdorf bei Wien und Deutsch-Wagram die erste Dampfeisenbahn, erstes Teilstück der Nordbahn, der wichtigsten Bahnstrecke der Monarchie. In der Revolution des Jahres 1848 strebten die VÖlker der Monarchie nach Demokratie und Unabhängigkeit; Staatskanzler Metternich wurde verjagt. Nur die k.k. Armee unter Radetzky, Jelačić und Windisch-Graetz und die Hilfe der russischen Armee sicherten der Monarchie das Überleben. Am 2. Dezember 1848 lÖste der 18-jährige Franz Joseph den kranken Kaiser Ferdinand I. auf dem Thron ab. Der unerfahrene neue Herrscher hielt 1849 Gericht über die aufständischen Ungarn und ließ ein Dutzend der hÖchsten ungarischen Heerführer hinrichten. Seine Popularität war in den ersten 20 Jahren seiner Regierung ausgesprochen gering. Der mit den Ungarn erzielte Österreichisch-Ungarische Ausgleich von 1867 führte zur Umwandlung der Österreichischen Monarchie in die Österreichisch-ungarische Doppelmonarchie. Diese Begünstigung der Magyaren, die in der Innenpolitik nun von Österreich weitestgehend unabhängig wurden, gegenüber den anderen VÖlkern der Monarchie heizte die Nationalitätenkonflikte nur noch weiter an. Während die Bestrebungen der tschechischen Nationalbewegung um einen Österreichisch-Tschechischen Ausgleich scheiterten, konkurrierten die slowakische Nationalbewegung und in geringerem Maße die von kroatischen Intellektuellen angeführte Illyrische Bewegung, die von Russland unterstützt wurde, mit der Magyarisierungspolitik der ungarischen Regierung. Nach dem erzwungenen Rückzug aus Deutschland und Italien hatte die Monarchie Südosteuropa als neues Einflussgebiet erkoren. So wurde Habsburg für viele politische Aktivisten auf dem Balkan zum Feind, der den nationalen Zusammenschluss behinderte. Nach dem Attentat von Sarajevo führten die Selbstüberschätzung Österreich-Ungarns und die „Automatik“ der europäischen Beistandspakte 1914 zum Ersten Weltkrieg, der 1918 das Ende der k.u.k. Monarchie mit sich brachte. Die Gründung der Republik (1918) Die noch amtierende kaiserliche Regierung versuchte Anfang November 1918, den deutschÖsterreichischen Staatsrat in die Waffenstillstandsentscheidungen einzubeziehen. Der Staatsrat entschied jedoch, die Monarchie, die den Krieg begonnen habe, müsse ihn auch beenden. Der Waffenstillstand zwischen Österreich und Italien vom 3. November 1918 (die ungarischen Truppen hatten die Front bereits Ende Oktober, zum Austritt Ungarns aus der Realunion mit Österreich, verlassen) wurde somit noch von Kaiser Karl I. und seiner k.k. Regierung verantwortet. Führende Politiker der k.k. Regierung und des Staatsrates arbeiteten gemeinsam die Erklärung aus, mit der Karl I. am 11. November 1918 auf „jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ verzichtete. Dies war zwar nicht dasselbe wie eine Abdankung, die Entscheidung über die Staatsform war damit aber de facto gefallen. Am 12. November wurde von der Provisorischen Nationalversammlung formell beschlossen, dass der Staat DeutschÖsterreich eine demokratische Republik sei. Erste Republik (1918–1938) Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert und 1920 das neue Österreichische Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) beschlossen (es gilt in der Fassung von 1929, mit der das Amt des Bundespräsidenten gestärkt wurde, im Wesentlichen bis heute). Im Jahr 1921 wurde das Burgenland, der überwiegend deutsch besiedelte Teil Westungarns, als selbständiges Land im Bund in die Republik aufgenommen. Für die natürliche Hauptstadt des Gebietes, Ödenburg (Sopron), wurde auf ungarischen Wunsch, der von Italien unterstützt wurde, die Volksabstimmung 1921 im Burgenland durchgeführt, wobei sich die Mehrheit für Ungarn entschied. In den zeitgenÖssischen Österreichischen und ungarischen Darstellungen dieser Volksabstimmung waren zahlreiche Divergenzen zu bemerken. Die Bundesregierung stellten seit 1920 die Christlichsozialen und ihre Koalitionspartner vom rechten Flügel. Die Sozialdemokraten, Mehrheitspartei im „Roten Wien“, waren auf Bundesebene in scharfer Opposition. Die Hyperinflation der frühen zwanziger Jahre wurde 1925 durch die Einführung der Schillingwährung beendet. Die konservative Regierung sorgte dafür, dass der Schilling stabil blieb; er wurde als Alpendollar bezeichnet. Kehrseite dieser kargen Wirtschaftspolitik war, dass in der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise kaum staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung der enorm hohen Arbeitslosigkeit vorgesehen waren. Politische Wehrverbände (Republikanischer Schutzbund, Freiheitsbund) zogen Männer an, die als Sozialdemokraten einen Umsturz fürchteten oder in Heimwehren als Rechte die Demokratisierung ablehnten. 1927 wurde in Schattendorf im Burgenland auf waffenlos demonstrierende Schutzbündler gefeuert. Ein Invalider und ein Kind kamen zu Tode. Die Nachricht vom Schattendorfer Urteil, in dem die Täter freigesprochen wurden, führte am Tag darauf, dem 15. Juli 1927, zur Eskalation im Wiener Justizpalastbrand. Die vÖllig überforderte Polizei schoss in äußerster Brutalität wahllos in die große Menschenmenge und machte dann Jagd auf flüchtende Demonstranten. Bei der so genannten Julirevolte waren 89 Tote zu beklagen, davon vier Polizisten. Bundeskanzler Prälat Dr. Ignaz Seipel („Keine Milde!“) verteidigte im Parlament das skandalÖse Vorgehen der Polizei. In den folgenden Jahren führten die schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen Österreich immer tiefer in eine Krise. Der Austromarxismus sprach vom Endziel Diktatur des Proletariats und machte damit allen Konservativen Angst; allerdings wollte man dieses Ziel auf demokratischem Weg erreichen. Auf der rechten Seite des Parteienspektrums machte sich teilweise die Auffassung breit, die Demokratie sei zur LÖsung der Probleme des Landes nicht geeignet. Mussolini war dafür Vorbild. Einer der christlichsozialen Politiker, die diese Haltung vertraten (es gab auch christlichsoziale Demokraten wie Leopold Kunschak), war Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Als der Nationalrat nach dem Rücktritt aller drei Präsidenten (wegen einer Streitfrage um eine Abstimmung) auseinanderging, verhinderte er im März 1933, auf Grund dieser Geschäftsordnungskrise, sein Wiederzusammentreten mit Polizeigewalt und verkündete die „Selbstausschaltung des Parlaments“. Eine von mehr als einer Million Menschen unterzeichnete Petition an Bundespräsident Miklas, für die Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Zustandes zu sorgen, blieb erfolglos, obwohl Miklas die Verfassungswidrigkeit von Dollfuß’ Vorgehen klar war. Austrofaschismus und Ständestaat Dollfuß nützte das versehentlich nicht aufgehobene Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz von 1917, um fortan Gesetze durch Verordnungen der Bundesregierung zu ändern oder einzuführen. Am 12. Februar 1934 fanden die bis dahin schwelenden Auseinandersetzungen zwischen den regierenden Christlichsozialen (Vaterländische Front) und den oppositionellen Sozialdemokraten im Österreichischen Bürgerkrieg ihren gewaltsamen HÖhepunkt. Die Regierung setzte das Bundesheer und seine Kanonen ein. Es folgten einige Todesurteile gegen Schutzbündler, die Absetzung des Wiener Bürgermeisters und das Verbot der Sozialdemokratischen Partei und ihrer Vorfeldorganisationen. Dollfuß proklamierte hierauf am 1. Mai 1934 in der autoritären „Maiverfassung“ den Bundesstaat Österreich auf ständischer Grundlage (Ständestaat). Es handelte sich um eine Diktatur, die schon damals (z. B. in einem Privatbrief von Bundespräsident Miklas, wie Friedrich Heer berichtet) mit dem Begriff Austrofaschismus bezeichnet wurde. Wenige Wochen danach kam es zum Juliputsch von Anhängern der in Österreich seit 1933 verbotenen NSDAP. Einigen Putschisten gelang es am 25. Juli 1934, in das Bundeskanzleramt vorzudringen, wo Dollfuß so schwer verletzt wurde, dass er kurz darauf verstarb. Der Putschversuch wurde innerhalb weniger Tage niedergeschlagen. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Schuschnigg. Die Politik des Ständestaates zielte darauf, Österreich als den besseren deutschen Staat darzustellen. In der Tat war Österreich die um vieles mildere Diktatur: Zahlreiche von den Nazis verfolgte Menschen, vor allem Schauspieler und Schriftsteller, suchten 1934–1938 in Österreich Zuflucht. Im äußeren Erscheinungsbild kopierte das Regime (dies wurde später Konkurrenzfaschismus genannt) Elemente aus dem faschistischen Italien und aus dem nationalsozialistischen Deutschland: Aufmärsche mit einem Fahnenmeer, die Einheitsorganisation Vaterländische Front, das Führerprinzip, das Verbot der Parteien. Hatte Hitler beim Juliputsch noch den Unbeteiligten gespielt, weil Mussolini Österreich damals noch unabhängig erhalten wollte, so verstärkte sich der Druck des Dritten Reiches auf Österreich nach 1934 von Jahr zu Jahr. Schuschnigg wurde bei Treffen von Hitler eingeschüchtert und erpresst, nationale (= deutschnationale) Minister in seine Regierung aufzunehmen. Als der Kanzler im März 1938 in einem Verzweiflungsakt eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Österreichs ankündigte, erzwang GÖring durch telefonische Drohungen von Bundespräsident Miklas die Einsetzung einer NS-Regierung. Parallel zu deren Amtsantritt am 12. März 1938 fand der längst vorbereitete Einmarsch der deutschen Truppen (Sonderfall Otto) statt. Zu diesem Zeitpunkt hatten mancherorts, z. B. in Graz, die einheimischen Nazis bereits die Macht ergriffen. Am 13. März 1938 erließ Hitler, von der Begeisterung seiner Österreichischen Anhänger motiviert, das ursprünglich von ihm nicht für diesen Zeitpunkt vorgesehene Anschlussgesetz. Sofort begann der Terror gegen jüdische Österreicher, der auch in sogenannten „Arisierungen“, das heißt dem Raub an jüdischem Eigentum, seinen Ausdruck fand. Drittes Reich (1938–1945) Österreich blieb im Reich zunächst als Land erhalten, am 21. April 1939 wurden dann aber die ehemaligen Bundesländer und Wien durch Gesetz zu nationalsozialistischen Reichsgauen umgebildet, der Name Österreich sollte verschwinden. Dabei wurde das Burgenland zwischen den Gauen Niederdonau und Steiermark aufgeteilt, Osttirol an den Gau Kärnten angeschlossen und der steirische Teil des Salzkammerguts zum Gau Oberdonau geschlagen. Wiens Fläche wurde auf Kosten des Umlandes verdreifacht (Groß-Wien). Österreich wurde als „Ostmark“ und bald danach als „Alpen- und Donaugaue“ bezeichnet. Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. Der 1939 ausgebrochene Zweite Weltkrieg endete schließlich mit dem Untergang des Dritten Reiches (vgl. Chronologie Zweiter Weltkrieg). 1938 wurde das Doppellagersystem Mauthausen/Gusen errichtet, welches das KZ Mauthausen und KZ Gusen umfasste. Im Laufe der Jahre wurde diesem Lagersystem ein Netz von Außenstellen angeschlossen, das sich über ganz Österreich erstreckte. Aus ganz Europa wurden in diesen Konzentrationslagern Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen u.a. in der Rüstungsproduktion und im Straßenbau eingesetzt. Allein in Mauthausen kamen etwa 100.000 Häftlinge ums Leben. Nachkriegszeit und Zweite Republik Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches, wurde Österreich als unabhängiger Staat wiederhergestellt. Dies hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt. Bereits am 27. April trat eine provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Wiedererrichtung der (Zweiten) Republik. Bald darauf wurde die Bundesverfassung vom 1. Oktober 1920 in der Fassung von 1929 durch das Verfassungsüberleitungsgesetz wieder in Geltung gesetzt. Ausnahme waren Bestimmungen, die die Umwandlung des Bundesrates in einen Länder- und Ständerat vorsahen. Österreich gewann damit den Status einer gewaltenteilenden, repräsentativen, parlamentarischen und fÖderalistischen Demokratie zurück. Eines der ersten von der provisorischen Staatsregierung erlassenen Gesetze war das Verbotsgesetz, mit dem die NSDAP, ihre Wehrverbände, sowie sämtliche Organisationen, die mit ihr zusammenhängen, aufgelÖst und verboten wurden. Die Volkswahl des Bundespräsidenten wurde, wie schon 1932, sistiert und Karl Renner von der Bundesversammlung gewählt. Nach Renners Tod wurde Theodor KÖrner als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war somit die erste Volkswahl eines Staatsoberhauptes in der Österreichischen Geschichte. Von 1945 bis 1947 wird Österreich nach dem Willen der Besatzungsmächte durch eine Allparteienregierung (ÖVP, SPÖ, KPÖ) regiert. Ab 19. November 1947 bilden ÖVP und SPÖ eine große Koalition. Diese wird bis 1966 fortgeführt. Bis 1955 war Österreich, wie auch Nachkriegs-Deutschland, in Besatzungszonen aufgeteilt. Die grÖßte Zone war die sowjetische, zu der OberÖsterreich nÖrdlich der Donau (Mühlviertel), NiederÖsterreich in den Grenzen von 1937 (d. h. vor der Errichtung Groß-Wiens), das wieder errichtete Burgenland und in Wien die Bezirke 2, 4, 10, 20, 21 und 22 gehÖrten. Von Seiten der Sowjetunion wurden als Deutsches Eigentum beschlagnahmte Betriebe in einem USIA genannten Konzern zusammengefasst, was, gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz, Teil der von Österreich zu leistenden Reparationen war. Unter den Österreichern, sowohl der BevÖlkerung wie auch der Politik, war nach 1945 und bis weit in die folgenden Jahrzehnte hinein die Ansicht weit verbreitet Österreich wäre das „erstes Opfer Hitlers“ gewesen, womit die Mitschuld am Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust heruntergespielt oder geleugnet werden sollte. Der überwiegende Teil rechtfertigte sich später damit, es wäre ihm „nichts anderes übrig geblieben“[11]. Eine Folge dieser Haltung ist die bis heute nur sehr schleppend durchgeführte Restitution geraubten VermÖgens. Mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955 durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte und mit dem formal davon unabhängigen (also im Staatsvertrag nicht verankerten) Bekenntnis zur Neutralität sowie der Verpflichtung, keinen erneuten Anschluss an Deutschland anzustreben, erlangte die Republik ihre volle Souveränität am 27. Juli 1955. Am 26. Oktober 1955, nach dem Abzug der Besatzungssoldaten, erfolgte vom Nationalrat der Beschluss über die Immerwährende Neutralität Österreichs, dieser Tag ist seit 1965 Österreichischer Nationalfeiertag. Die Neutralität (heute besser: Bündnisfreiheit) ist eine militärische und bedeutete von Anfang an keine Äquidistanz zu den Wertesystemen von West und Ost; dies wurde 1956 beim ungarischen Aufstand gegen das kommunistische Regime bewiesen, ebenso 1968, als Truppen des Warschauer Paktes die Tschechoslowakei besetzten. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. Am 14. Dezember 1955 trat Österreich der UNO bei und war 1973–74 sowie 1991–92 Mitglied des Sicherheitsrates. Bereits 1956/57 nahm die IAEO, die Internationale Atomenergieorganisation, ihren Sitz in Wien auf, 1969 kam die UNIDO, die UN-Organisation für industrielle Entwicklung dazu, später folgten weitere UN-Agenturen. Den Konflikt mit Italien wegen des mehrheitlich deutschsprachigen Südtirol, das bis 1918 zu Österreich gehÖrt hatte und von Italien nach dem Ersten Weltkrieg annektiert wurde, brachte Österreich in den sechziger Jahren vor die UNO. Die in der Folge (1969) für die Südtiroler BevÖlkerung erreichte Autonomieregelung hat sich bewährt und wurde seither noch weiter ausgebaut. 1966 bis 1970 Alleinregierung der christdemokratischen ÖVP unter Josef Klaus. 1970 bis 1983 sozialistische Alleinregierung unter Bruno Kreisky. Bedeutend für die 1970er Jahre ist die internationale Einbindung und Bedeutung Österreichs, die sich unter anderem durch den Bau der Wiener UNO-City und die Internationalisierung der Palästinenserfrage, die Kreisky erstmals vor die UNO bringt. 1978 fand die Volksabstimmung gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf statt – Österreich produziert bis heute keinen Atomstrom. 1979 wurde Wien nach der Fertigstellung seiner UNO-City offiziell dritter Amtssitz der UN neben New York und Genf. Unabhängig davon siedelte sich die OPEC in Wien an. 1983 bis 1986 kleine Koalition der Sozialdemokraten (SPÖ) mit der damals nationalliberalen FPÖ (Freiheitliche Partei) unter Bundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ). Nach der Wahl des Rechtspolitikers JÖrg Haider zum Parteiobmann der FPÖ wurde die Koalition beendet. Von 1987 bis 1999 große Koalition der Sozialdemokraten (SPÖ) mit der christdemokratischen ÖVP (Bundeskanzler Franz Vranitzky und Viktor Klima, beide SPÖ). In diesen Zeitraum fiel der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (1995). Gegenwart Nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 wurde die Neutralitätspolitik gelockert. Diese hat sich mit dem nach einer Volksabstimmung erfolgten Beitritt zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995 stark verändert. Der Begriff Neutralität ist auf Grund der unterzeichneten EU-Verträge im Wesentlichen nur mehr in der Innenpolitik verwendbar; de facto hat Österreich als Vollmitglied der EU, die eine gemeinsame Verteidigungspolitik anpeilt, diesem Vorhaben zugestimmt und kann daher nicht mehr neutral oder bündnisfrei sein. Österreich hatte in der zweiten Hälfte 1998 sowie in der ersten Hälfte 2006 die Präsidentschaft des Rats der Europäischen Union inne. 1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt, ab 1. Jänner 2002 ersetzte der Euro auch als Bargeld den Schilling. Die SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierungen 1986–2000 wurden 2000–2006 von einer Regierung der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) mit der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) abgelÖst. Nach der Spaltung der FPÖ wurde das neugegründete Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) Regierungspartner. Bei der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 erreichten die Sozialdemokraten (SPÖ) eine relative Mehrheit; im Jänner 2007 wurde eine Große Koalition unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) gebildet. Am 21. Dezember 2007 wurde der Schengenraum nach Osten erweitert. Der vollständige Wegfall der Grenzkontrollen zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien ließ die letzten Reste des Eisernen Vorhangs verschwinden, der die Entwicklung OstÖsterreichs 1945–1989 beeinträchtigt hat. Am 7. Juli 2008 kündigte die ÖVP die Koalition mit der SPÖ auf und forderte Neuwahlen ein. Die Nationalratswahlen werden am 28. September 2008 abgehalten. Politik Siehe auch: Politische Parteien in Österreich, Endogene Regionalentwicklung, Bundesverfassung (Österreich) System Regierungschef ist der Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten ernannt wird. Üblicherweise wird der Parteiobmann der stärksten Parlamentsfraktion mit der Regierungsbildung beauftragt. Dies ist aber keine Verfassungsregel. Der Bundespräsident muss bei der Bestellung des Bundeskanzlers nur darauf achten, dass dieser zum Regieren kein Misstrauensvotum im Nationalrat erhalten darf. Die Bundesregierung wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag des Bundeskanzlers ernannt (wobei der Bundespräsident Vorschläge auch ablehnen kann). Spricht der Nationalrat der Regierung das Misstrauen aus, muss sie der Bundespräsident abberufen. Er kann die Regierung aber gem. Art. 70(1) B-VG auch von sich aus entlassen. Der Nationalrat kann vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung aufgelÖst werden, worauf Neuwahlen auszuschreiben sind. Institutionen Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (den Parlamenten der Bundesländer) nach der BevÖlkerungszahl beschickt. Er besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates überstimmt werden kann. Nur in Fällen, in denen in die Rechte der Bundesländer eingegriffen wird, besitzt der Bundesrat ein absolutes Vetorecht. Landespolitiker würden den Bundesrat gern als gleichberechtigte zweite Kammer sehen wie den Schweizer Ständerat oder den Senat der Vereinigten Staaten; Kritiker hingegen halten den Bundesrat für überflüssig, da er nie nach Länder-, sondern immer nach Parteieninteressen abstimmt, wie es im Nationalrat der Fall ist. Vom 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent („Österreich-Konvent“), der Vorschläge für eine Reform der Österreichischen Bundesverfassung erarbeitete. Der Vorsitzende Franz Fiedler erarbeitete einen eigenen Schlussbericht, da über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern keine Einigung erzielt wurde. Politische Parteien Seit der Gründung der Republik Österreich wird die Politik von zwei großen Parteien, der christlich-konservativen Volkspartei ÖVP (vor dem Zweiten Weltkrieg unter dem Namen Christlichsoziale Partei) sowie der sozialdemokratischen SPÖ (vorher Sozialistische Partei Österreichs), geprägt. Beide entstanden schon während der Monarchie und wurden nach der Befreiung Wiens am Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 neu bzw. wieder gegründet. Von 1945–1966 und 1986–1999 regierten diese beiden Parteien trotz ihrer weltanschaulichen Gegensätze in einer Großen Koalition. Die positiven Auswirkungen dieser Kooperation wurden unter dem Begriff der Sozialpartnerschaft, die negativen als parteipolitischer Proporz thematisiert. Drittes, allerdings wesentlich kleineres parteipolitisches Kontinuum ist das deutschnationale Lager, welches sich in der ersten Republik vor allem in der Großdeutschen Volkspartei, in der zweiten Republik im VdU (Verband der Unabhängigen), danach in der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, sammelte. In den ersten Jahren der Zweiten Republik spielte auch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) eine Rolle in der Politik des Landes, seit den 60er Jahren ist sie jedoch als Kleinstpartei auf Bundesebene relativ bedeutungslos. Bei regionalen Wahlen, wie z. B. in Graz, erreicht sie aber auch heute noch nennenswerte Stimmanteile. Am 11. Jänner 2007 wurde eine Koalitionsregierung von SPÖ und ÖVP unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer angelobt (siehe Bundesregierung Gusenbauer). Vizekanzler wurde Wilhelm Molterer. Rechtswesen Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch vom 1. Juni 1811 (ABGB) (in Kraft getreten am 1. Jänner 1812), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914–1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des „Anschlusses“ 1938 aus Deutschland in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls entnazifierter Fassung in Österreich beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Unternehmensgesetzbuch (UGB) und das Aktiengesetz (AktG). Das Österreichische Strafrecht ist in modernen Kodifikationen wie etwa dem Strafgesetzbuch (StGB) vom 23. Jänner 1974 oder der Strafprozessordnung (StPO) vom 31. Dezember 1975 geregelt. Das StGB kennt außer Strafen auch „vorbeugende Maßnahmen“. Sowohl Strafen als auch Maßnahmen dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (Verwirklichung des Rückwirkungsverbotes im Strafrecht:Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft. 1995 erfolgte die Übernahme des Acquis communautaire, des gemeinsamen Rechtsbestandes der EU, der durch die seit dem EU-Beitritt unter Mitwirkung Österreichs erlassenen EU-Richtlinien (Rahmengesetze) und EU-Verordnungen (direkt anwendbare Gesetze) sowie durch Letztentscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) beeinflusst ist. Im Zweifelsfall hat das Gemeinschaftsrecht Vorrang. Betroffen sind insbesondere Wirtschafts-, Unternehmens- und Kapitalrecht, lediglich bei den Baugesetzen der Verfassung, zu deren Änderung eine Volksabstimmung notwendig ist, wird von einer HÖherrangigkeit Österreichischen Rechts ausgegangen. Österreich hat – wie insgesamt 18 von 27 Mitgliedsstaaten – den EU-Verfassungsvertrag ratifiziert; da die nÖtige Einstimmigkeit aller Mitgliedsstaaten dafür nicht zu erreichen war, wurde im Herbst 2007 der Vertrag von Lissabon abgeschlossen, der die wesentlichsten „Verfassungsbestimmungen“ enthält, ohne sie als solche zu bezeichnen, und der auf Symbole der Staatlichkeit der EU verzichtet. Die Gerichtsbarkeit ist in Österreich ausschließlich Angelegenheit des Bundes. Sie wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Obersten Gerichtshof als hÖchster Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des Öffentlichen Rechts wird vom Verwaltungsgerichtshof und vom Verfassungsgerichtshof wahrgenommen. Siehe auch: Justizanstalt Militärwesen Die militärische Landesverteidigung fußt auf der allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger im Alter von 17 bis 50 Jahren. Frauen kÖnnen einen freiwilligen Wehrdienst ableisten. Österreichs Bundesheer besteht aus ca. 35.000 Mann im Präsenzstand und ca. 25.000 Mann der Miliz. Der Präsenzdienst dauerte bis zum 1. Jänner 2006 acht Monate und seither sechs Monate. Das Militärbudget zählt mit 0,71 % des BIP – rund 1,810 Milliarden Euro – zu den geringsten der Welt. Seit 1974 kÖnnen Wehrpflichtige, die einen Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, einen Zivildienst (Wehrersatzdienst) ableisten. Dieser dauert seit 1. Jänner 2006 neun Monate und kann auch im Ausland als Friedens-, Gedenk- oder Sozialdienst abgeleistet werden, wo er jedoch 12 Monate dauert und entgeltlos sein muss. Finanzpolitik Der Bundeshaushalt 2005 sieht bei Ausgaben in HÖhe von 64,001 Mrd. EUR Einnahmen von 58,866 Mrd. EUR vor, so dass sich ein Defizit in HÖhe von 5,135 Mrd. EUR oder 2,1 % des BIP ergibt. Durch unerwartet hÖhere Steuereinnahmen wird das Defizit jedoch voraussichtlich nur 1,6 bis 1,7 % des Bruttoinlandsproduktes betragen. Die Verschuldung des Gesamtstaates einschließlich Parafisken erreichte 2005 ihren bisher hÖchsten Stand mit 154,86 Mrd. EUR, danach sollen die Schulden über 154,5 (2006) auf 154,2 Mrd. EUR (2007) zurückgeführt werden. Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Die Schuldenstandsquote Österreichs sank in den letzten Jahren stetig von 66,5 % des BIP im Jahr 1999 auf unter 60 % im Jahr 2007. Dadurch wurde das Maastricht-Ziel von hÖchstens 60 % erstmals seit 1992 – vor dem Beitritt zur EU 1995 – wieder erreicht. Zum Zeitpunkt des EU-Beitritts betrug der Wert 69,2 %. Der Grund für das Absinken der Verschuldungsquote ist der stetige Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, was wiederum zu einem großen Teil auf die starken Exportzuwächse seit dem EU-Beitritt, und noch mehr seit der EU-Osterweiterung, zurückzuführen ist. Der aktuelle Budgetplan (März 2007) der rot-schwarzen Regierung Gusenbauer sieht ein Nulldefizit für frühestens 2010 vor, bis dahin soll das Defizit auf unter ein Prozent des BIP gedrückt werden. Sicherheit und Neutralität Die Republik hat 1955 – wie sie es der Sowjetunion zur Erlangung des Österreichischen Staatsvertrages versprochen hatte – per Verfassungsgesetz die immerwährende Neutralität beschlossen, diese aber bereits anfangs großzügiger interpretiert als die Schweiz. (Österreich wurde 1955 Mitglied der UNO, die Schweiz 2002.) Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges 1989 beschloss Österreich mit dem neuen Artikel 23f Bundes-Verfassungsgesetz eine rechtliche Basis zur Teilnahme an friedenserhaltenden Maßnahmen. Daher nimmt das Land am NATO-Programm Partnership for Peace (PfP) teil, das keine Beistandspflicht enthält, sodass auch andere bündnisfreie bzw. neutrale Länder wie Schweden oder die Schweiz an PfP mitwirken kÖnnen. Der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union erfolgte 1995 mit dem innenpolitischen Argument, man gehe „als neutrales Land in die EU“. In der Westeuropäischen Union (dem militärischen Beistandspakt der EU) hat Österreich Beobachterstatus, so wie etwa das neutrale Schweden. Später hat sich Österreich dazu entschlossen, die Petersberg-Aufgaben und weitere Beschlüsse im Rahmen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) sowie der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU mitzutragen und lediglich explizit militärische Bündnisse zu vermeiden. Die weiteren Entwicklungen rund um ESVP und GASP innerhalb der EU sind offen und kÖnnten zu weiteren Herausforderungen an neutrale EU-Staaten wie Österreich oder Schweden führen. Obwohl die Neutralität somit nach Einschätzung mancher zu einer teilweisen militärischen Bündnisfreiheit und dem Verbot der Stationierung fremder Truppen in Österreich geschrumpft ist, gilt sie in Österreich nach wie vor als wichtiger politischer Wert, ihre Beibehaltung wird von der BevÖlkerungsmehrheit deutlich befürwortet. Auch die politische Neutralität Österreichs wird dabei immer wieder betont, etwa als sich SPÖ-Verteidigungsminister Darabos in diesem Sinne gegen den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa aussprach. Die ÖVP, die in den 1990er-Jahren offensiv für den NATO-Beitritt eintrat [13] hat in der Zeit der Schüssel-Regierung auch eine entsprechende NATO-Beitrittsoption in die offizielle Österreichische Sicherheitsdoktrin aufgenommen – und sich in der großen Koalition bisher gegen die Streichung dieser NATO-Option ausgesprochen. Die SPÖ, die in den 1990er-Jahren als grÖßere Regierungspartei den EU-Beitritt maßgeblich vorangetrieben hat, tritt weiterhin für die Beibehaltung der Neutralität Österreichs in der EU ein, etwa im Rahmen einer sog. Sonderrolle gemeinsam mit anderen neutralen bzw. blockfreien EU-Staaten (z. B. Schweden). Die formelle Aufhebung des Bundesverfassungsgesetzes über die immerwährende Neutralität würde eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erfordern und steht daher nicht zur Debatte. Außerdem gibt es unter Österreichischen Verfassungsjuristen unterschiedliche Einschätzungen zu der Frage, ob die Neutralität einen so wesentlichen Bestandteil der Verfassung der 2. Republik darstellt, dass im Falle ihrer Abschaffung eine Volksabstimmung zwingend notwendig ist. Außenpolitik Die Ressortzuständigkeit für die Außenpolitik liegt in der Österreichischen Regierung beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Österreich sah sich, auch im Zusammenhang mit seiner Neutralität, ab der Mitte des 20. Jahrhunderts gerne an der Schnittstelle zweier einander gegenüberstehenden Großmächte – des Westens und des Ostens Europas. Die Außenpolitik bestand demnach oft darin, zur Stabilität der Region und zur kooperativen Neugestaltung der Ost-West-Beziehungen beizutragen. Dieses Konzept ist mit dem Auseinanderfallen des Ostblocks hinfällig geworden. 1995 wurde Österreich Mitglied der Europäischen Union; es ist heute de facto weder neutral noch militärisch bündnisfrei. Mit der NATO arbeitet Österreich in der Partnerschaft für den Frieden zusammen. Wien ist neben New York und Genf dritter Amtssitz des Sekretariats der Vereinten Nationen und misst daher diesem außenpolitischen Element traditionell einen großen Stellenwert bei. Insgesamt dienten bisher über 50.000 Österreicher unter der UN-Flagge als Soldaten, Militärbeobachter, Zivilpolizisten und zivile Experten in aller Welt. Neben den UN-Stellen gibt es in Wien noch eine Reihe weiterer internationaler Organisationen. Dazu gehÖren die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO, seit 1957 in Wien), die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Sitz der 1960 in Bagdad gegründeten OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) sowie eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Centrope & Twin Cities Die Bundesländer Wien, NiederÖsterreich und Burgenland bilden mit Regionen aus dem südlichen Tschechien, der westlichen Slowakei und West-Ungarn die Europaregion Mitte. Rückgrat dieser Region sind die beiden Zwillingsstädte Wien und Bratislava. Ziel ist die Zusammenarbeit im Wirtschafts-, Infrastruktur-, Bildungs- und Kulturbereich. Die Region umfasst rund 6 Millionen Einwohner. Durch den Ausbau der Infrastruktur vergrÖßert sich das Einzugsgebiet auf 11,3 Millionen Einwohner. Der Ausbau in den nächsten Jahren konzentriert sich vor allem auf die Region der Zwillingsstädte. Ziel ist, die Achse Wien-Bratislava zum erstrangigen Verkehrsknotenpunkt Zentraleuropas zu entwickeln und einen Korridor nach Asien zu schaffen. Neben neuen Straßenverbindungen zwischen Wien und Bratislava (A6, S8) und dem Regionenring um Wien wird hauptsächlich auf Schienen-, Luft- und Wasserwege gesetzt. Das Konzept des Flughafens Wien, durch Ankauf der Mehrheit am Flughafen Bratislava die Voraussetzungen für ein gemeinsames Flughafensystem beider Städte zu schaffen, wurde allerdings von der neuen slowakischen Regierung nicht goutiert: Sie bleibt Mehrheitseigentümerin und wünscht sich eine Kooperation der beiden Flughäfen ohne Änderung der Besitzverhältnisse. In Diskussion ist eine Anbindung an die breitspurige Transsibirische Eisenbahn, die ihre westlichen Endpunkte derzeit in Polen, der Ostslowakei und Ungarn hat. Der Ausbau des Donauwasserweges bis zum Schwarzen Meer ist ein wichtiges Anliegen, Umweltschützer erheben allerdings gegen die geplante Vertiefung der Donau zwischen Wien und Bratislava Ökologische Einwände. Diese Infrastrukturvorhaben würden den Güteraustausch zwischen Europa und Asien sehr erleichtern und eine interessante Alternative zum Seeweg über die in Randlage befindlichen Containerhäfen Rotterdam und Hamburg bieten. Ein Ausbau des rumänischen Seehafens Constanţa würde ebenfalls eine stark verkürzte Transportzeit über die Donau nach Mitteleuropa und auch darüber hinaus ermÖglichen. Euregio Graz-Maribor Das Gebiet umfasst die südliche Steiermark und das nÖrdliche Slowenien. In der Region leben ca. 1,61 Millionen Menschen. Durch bilaterale Zusammenarbeit soll ein starker Wirtschaftsraum entstehen. Es wird aber auch im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich zusammengearbeitet. Klimaschutzpolitik Einer der wichtigsten Bestandteile des Umweltschutzes ist der Klimaschutz. Deshalb ist es für das Lebensministerium als zuständige Einrichtung der Bundesregierung eine der wichtigsten Aufgaben, die Klimastrategie durchzusetzen. Das Umweltbundesamt ist die Fachstelle der Republik Österreich für Umweltschutz und Umweltkontrolle. In dieser Eigenschaft unterstützt das Umweltbundesamt die Bundesregierung bei der Durchsetzung der Klimastrategie. klima:aktiv ist die Initiative des Lebensministeriums für aktiven Klimaschutz und Teil der Österreichischen Klimastrategie. Eine Vielzahl von klima:aktiv-Programmen gibt aktiv Impulse für Angebot und Nachfrage nach klimaschonenden Technologien und Dienstleistungen. Der Austrian Council on Climate Change (ACCC) ist der Österreichische Klimabeirat. Der ACCC stellt sich besonders als Informationsportal der nationalen und internationalen Klimapolitik und -forschung dar in Kooperation mit dem Lebensministerium und dem Umweltbundesamt. Das Klimabündnis Österreich hat das Ziel, die indigenen VÖlker zu unterstützen. Das Klimabündnis Österreich besteht aus Gemeinden und Städten, allen 9 Bundesländern, Schulen, Bildungseinrichtungen und Betrieben sowie der COICA, einem Zusammenschluss indianischer Organisationen im Amazonasraum. Die erneuerbaren Energien waren in Österreich seit Jahrzehnten das Rückgrat der Stromerzeugung. Bis 1997 kamen 2/3 der Stromerzeugung aus der Wasserkraft. Bis zum Jahre 2010 soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eine Quote von 78,1 Prozent erreichen. Der Anteil des Ökostroms soll bis zum Jahre 2010 auf 10 Prozent erhÖht werden.[14]. Diese Zielvorgaben sind aus heutiger Sicht jedoch unrealistisch, da der Ökostromanteil kontinuierlich sinkt[15] [16] [17]. Die EU (Abteilung DG Tren) hat daher ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich aufgrund des sinkenden Ökostromanteils erÖffnet[18]. Nicht zuletzt durch die Ökostromnovelle vom Mai 2006, seit der (Stand Juli 2007) kein einziges Windrad mehr gebaut wurde [19]. Politische PersÖnlichkeiten Traurige Berühmtheit erlangte der gebürtige Österreicher und 1933 zum nationalsozialistischen Diktator des Deutschen Reiches aufgestiegene Adolf Hitler. Friedenspolitisch intensiv tätig war Bertha von Suttner, die als erste Frau 1905 Friedensnobelpreisträgerin wurde. Für die Einigung Europas setzte sich Richard Coudenhove-Kalergi ein, 1924 Gründer der Paneuropa-Union. Wirtschaft In Österreich waren 2001 3.420.788 Personen in 396.288 Arbeitsstätten beschäftigt. Die grÖßte BÖrse in Österreich ist die Wiener BÖrse, deren bedeutendster Index der ATX ist. Bergbau Land- und Forstwirtschaft Österreich hat eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft. Diese versucht sich verstärkt auf Qualitätsprodukte zu spezialisieren, da aufgrund der EU-Erweiterung der Konkurrenzdruck weiter zunimmt. Die Österreichischen Bauern setzen verstärkt auf Biologische Landwirtschaft: Mit einem Gesamtanteil von knapp 10 % hat Österreich die hÖchste Dichte von biologischen landwirtschaftlichen Betrieben in der Europäischen Union. Das landwirtschaftlich wichtigste Gebiet im Anbau von Feldfrüchten ist das Marchfeld in der Nähe von Wien. Wein ist ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt Österreichs. Der Hauptabnehmer des Weines ist, neben der Schweiz und den USA, zu zwei Dritteln Deutschland. Im Jahr 1985 wurde der Weinbau durch den Glykolwein-Skandal zwar stark in Mitleidenschaft gezogen, in der Zwischenzeit haben die Weinbauern ihre Qualitätsweine jedoch wieder so stark verbessert, dass wesentlich mehr Wein exportiert werden kann als vergleichsweise vor dem Skandal. Durch die großen Waldflächen ist auch die Forstwirtschaft ein bedeutender Faktor, die auch die verarbeitende Holz- und Papierindustrie dementsprechend beliefert. Holz als Rohstoff wird vor allem in den südeuropäischen Raum exportiert. Jagd und Fischerei dagegen sind eher unbedeutend und werden meist nur für den heimischen Markt oder als Hobby betrieben. Tourismus Siehe auch: Tourismus in Österreich Industrie Dienstleistungen Siehe auch: Tourismus in Österreich, Liste Österreichischer Eisenbahngesellschaften Bruttosozialprodukt Anteile am Bruttosozialprodukt und der Erwerbstätigkeit: Bruttosozialprodukt Beschäftigte Arbeitslosigkeit Diese im europäischen Vergleich günstige Beschäftigungslage kommt bei einer ungewÖhnlich niedrigen Zahl älterer Arbeitnehmer zustande: In Österreich stehen nur noch 40,7 % der 55 – 64-Jährigen in einem Beschäftigungsverhältnis (zum Vergleich: Deutschland 38,6 %, Schweden 68 %, Großbritannien 53,5 %). Die Zunahme der frühzeitigen Pensionierungen steht auch in einem – allerdings schwer zu beziffernden – Zusammenhang mit dem Personalabbau in Staatsunternehmen bzw. Unternehmen mit privatem Rechtsmantel, die dem Staat zur Gänze oder zu bedeutenden Teilen gehÖren. Gesetzliche Feiertage Wirtschaftskennzahlen Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Infrastruktur Verkehr Um diese Gratwanderung zwischen Ökonomie und Ökologie zu bewältigen, wurden oft Maßnahmen bei den Kraftfahrzeugen getroffen. Es wurde in Österreich beispielsweise vergleichsweise früh gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Kraftfahrzeug einen Katalysator einzubauen. Ebenso wurden auf bestimmten Strecken nur lärmarme LKW zugelassen. Durch verschiedene Deregulierungen fühlen sich die Bewohner jedoch in bestimmten Regionen, wie im Inntal, von den verkehrsregelnden Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene, vor allem von der EU, im Stich gelassen. So muss etwa die im Rahmen des EU-Beitritts eingeführte Ökopunkte-Regelung als gescheitert bezeichnet werden. Inwieweit die derzeitige Überarbeitung der Wegekostenrichtlinie zu einer Verbesserung der Lage beiträgt, bleibt offen. Diskutiert werden auch Modelle einer Kontingentierung des Transitverkehrs im Rahmen einer AlpentransitbÖrse, vorzugsweise unter Einbezug der Schweiz. 2.000 km Autobahnen und Schnellstraßen Lichtpflicht: Vom 15. November 2005 bis 31. Dezember 2007 galt auch für mehrspurige Kraftfahrzeuge das Licht tagsüber einzuschalten. Siehe auch: Straßensystem in Österreich, Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, Liste der Österreichischen Kfz-Kennzeichen Schienenverkehr Der grÖßte Teil der Eisenbahnstrecken wird durch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben, die grÖßte Österreichische Eisenbahngesellschaft. Ein geringerer Teil sind nichtbundeseigene Eisenbahnen, teilweise privat, teilweise im Besitz der Bundesländer. S-Bahnen gibt es derzeit nur in den Regionen rund um Salzburg, Wien, Graz und Innsbruck. Ein weiteres Netz in Linz ist in Planung. Wien ist die einzige Österreichische Stadt mit einem klassischen U-Bahnnetz. Straßenbahnen gibt es in den Städten Gmunden, Graz, Innsbruck, Linz und Wien. Die Dorfbahn Serfaus, eine unterirdische Luftkissenschwebebahn in Serfaus in Tirol, wird manchmal auch als kleinste U-Bahn der Welt bezeichnet. Schifffahrt Siehe auch: Österreichische Handelsmarine (zivile und Handelsschifffahrt) Luftfahrt Die grÖßte nationale Fluggesellschaft ist die Austrian Airlines Group (Austrian Airlines, Lauda Air, Austrian Arrows, Slovak Airlines). Mit Niki besitzt Österreich seit 2003 auch eine Billigfluglinie. Daneben ist InterSky eine regionale Billigfluglinie, die von Friedrichshafen aus fliegt. Andere regionale Fluggesellschaften sind die Welcome Air und die Air Alps. Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat, daneben haben Graz (Flughafen Graz-Thalerhof), Linz (Flughafen Linz-HÖrsching), Klagenfurt am WÖrthersee (Flughafen Klagenfurt), Salzburg (Salzburg Airport W. A. Mozart) und Innsbruck (Flughafen Innsbruck) internationale Anbindungen. Für Vorarlberg stehen die internationalen Flughäfen Altenrhein (CH) und Friedrichshafen (D) zur Verfügung. Nur von regionaler Bedeutung sind die 49 Flugplätze, von denen 31 über keine asphaltierte Landebahn verfügen und von den restlichen 18 asphaltierten nur vier eine Landebahn mit über 914 Metern Länge besitzen. Geschichtlich bedeutsam ist davon der Flugplatz Wiener Neustadt, aber auch der aufgelassene Flughafen Aspern. Sie waren die ersten Flugfelder Österreichs, wobei der Flughafen Aspern zwischen seiner ErÖffnung 1912 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 als grÖßter und modernster Flughafen Europas galt. Zudem existieren noch mehrere Flugplätze der Österreichischen Luftstreitkräfte wie beispielsweise in Wr. Neustadt, Zeltweg, Aigen/Ennstal, Langenlebarn/Tulln. Weitere internationale Bedeutung erlangt Österreich in der Luftfahrt durch die Zusammenlegung der Kontrolle für die oberen Lufträume (ab 28.500 Fuß oder 9200 Metern) von bislang acht mitteleuropäischen Staaten (Österreich, Bosnien und Herzegowina, Tschechische Republik, Kroatien, Ungarn, Italien, Slowenien und Slowakei). Dieses CEATS (Central European Air Traffic Services) genannte Programm sieht ein Kontrollzentrum für den gesamten mitteleuropäischen oberen Luftraum (CEATS Upper Area Control Centre, CEATS UAC) vor, das in Fischamend Östlich von Schwechat zu finden sein wird. Die nationalen Belange der Flugsicherung und Zivilluftfahrt erfüllt die Austro Control Gesellschaft für Zivilluftfahrt m.b.H. mit Sitz in Wien. Energieversorgung Elektrische Energie Die Verteilung erfolgt hauptsächlich durch neun Landesgesellschaften, die auch die letzte Meile zum Endverbraucher haben. Daneben gibt es einige kleinere Versorger, die meist auch im Besitz der Öffentlichen Hand sind. Hauptimportland für ErdÖl ist mit Stand 2003 Saudi-Arabien. Die einzige Raffinerie befindet sich in Schwechat und wird von der OMV AG betrieben. Die weltgrÖßte Binnenraffinerie wird außerdem von der Transalpinen Ölleitung und in weiterer Folge von der Adria-Wien Pipeline gespeist. Schule und Ausbildung In Österreich wird das Schulwesen durch den Bund geregelt. Abgesehen von Schulversuchen sind deshalb sowohl Schultypen als auch Lehrpläne Österreichweit vereinheitlicht. In Österreich besteht Unterrichtspflicht für alle Kinder, die sich in Österreich dauernd aufhalten. Diese beginnt mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden September. Die allgemeine Unterrichtspflicht dauert neun Schuljahre. Universitäten gibt es in Österreich in der Bundeshauptstadt Wien (8), in den Landeshauptstädten Graz (4), Linz (4), Salzburg (3), Innsbruck (3) und Klagenfurt am WÖrthersee, sowie in Leoben und Krems. Die Fachhochschule ist eine alternative akademische Ausbildungsform, welche in Österreich seit 1994 existiert. Siehe auch: Österreichische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, Schülerzeitung Notrufdienste Feuerwehr Polizei Rettung Bei Unfällen mit Verletzten wird in Österreich die Rettung informiert. Vor allem in den ländlichen Gebieten übernimmt das Österreichische Rote Kreuz den Rettungsdienst. Daneben unterhalten andere Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hospitaldienst Austria und das Grüne Kreuz Rettungswachen. In Wien teilen sich die städtische Wiener Rettung und die Hilfsorganisationen die Aufgabe, in Sankt PÖlten wird die Notfallseinsatzbereitschaft wÖchentlich abwechselnd an den Arbeiter-Samariter-Bund und das Österreichische Rote Kreuz zugeteilt. NiederÖsterreich unterhält für die Koordination von Rettungseinsätzen den "144 Notruf NiederÖsterreich" ehemals LEBIG, welche die Rufnummer „144“ terminiert und den Auftrag je nach verfügbaren Ressourcen an eine Rettungswache oder direkt an ein verfügbares Einsatzfahrzeug vergibt. In Vorarlberg ist dafür die RFL (Rettungs- und Feuerwehr Leitstelle) zuständig, welche über die Nummer „122“ und „144“ erreicht werden kann und sowohl Rettungs- als auch Feuerwehreinsätze koordiniert. Rettungshubschrauber spielen eine sehr wichtige Rolle im Österreichischen Rettungsdienst. Das Land dürfte über die grÖßte Dichte an Rettungshubschraubern weltweit verfügen. Flächendeckend stellt der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC 16 Hubschrauber, daneben sind vor allem in den Tourismus-Regionen mehrere private Anbieter tätig. Siehe auch: Luftrettung in Österreich, Telefonvorwahl (Österreich) Sonstige Notrufnummern Team Österreich Wetterdienst Zusätzlich zu den Wetterdiensten gibt es in den meisten Bundesländern bedingt durch die alpinen Lagen Lawinenwarndienstee, die Informationen der meist Örtlich eingerichteten Lawinenkommissionen weitergeben. Ein weiterer Dienst, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Hochwasserwarndienst, der vor bevorstehenden Hochwasserereignissen die betroffene BevÖlkerung warnt. Er ist bei den jeweiligen Landesregierungen angesiedelt. Medien Die Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt Österreichs ist der Österreichische Rundfunk ORF mit den Kanälen ORF 1 und ORF 2 sowie TW1 und ORF Sport Plus, welche sich eine Sendefrequenz teilen. Die wichtigsten Privatsender in Österreich sind ATV, Puls 4, Austria 9 TV, gotv sowie ProSieben Austria, Sat.1 Österreich, kabel eins austria und das kostenpflichtige Premiere Austria. Der ORF betreibt drei Österreichweit, sowie neun regional je Bundesland ausgesendete Radiokanäle Ö2. Bundesweite Radiosender sind: Der Kultur- und Informationskanal Ö1, Ö3 sowie der alternative Radiosender FM4. Die wichtigsten und beliebtesten, privaten Radiosender sind KroneHit, Energy 104.2 in Wien, Radio Soundportal sowie die Österreichweite Antenne-Radiokette mit Antenne Steiermark, Antenne Vorarlberg, Antenne Kärnten und Antenne Salzburg. Der Verlag Mediaprint, entstanden aus einer Fusion im Jahr 2001, gibt die auflagenstärkste Tageszeitung Österreichs, die Kronen Zeitung, die Printmedien NEWS und Profil sowie den Kurier heraus und ist somit die mächtigste Vertriebsgesellschaft des Landes. Weitere Tageszeitungen sind beispielsweise Der Standard, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Vorarlberger Nachrichten, Kleine Zeitung und Österreich. Siehe auch: Liste der Österreichischen Fernsehsender, Liste der Österreichischen HÖrfunksender, Liste Österreichischer Zeitungen, Liste Österreichischer Journalisten, Geschichte der Wochenschau in Österreich, Österreichische Mobilfunkgesellschaften Kommunikation Die überraschend lückenlose Netzabdeckung in Österreich begründet sich zum Teil darin, dass das Land für Mobilfunkanbieter ideale Voraussetzungen für Technologie- und Marktstudien bietet. Neue Technologien im Bereich Mobilfunk und Datenübertragung werden oftmals initial in Österreich eingeführt. Die Resonanz der BevÖlkerung gilt als Maßstab für den Erfolg der Technologie in anderen Ländern, in welchen ein derartiger „Feldversuch“ eine weitaus grÖßere finanzielle Belastung erzeugen würde. Highspeedinternet ist fast überall in Österreich mÖglich. Der grÖßte Österreichweite Netzbetreiber ist die Telekom Austria, gefolgt von Tele2UTA und UPC. Regionale Datennetze existieren in Ballungsgebieten und häufig auch in Gemeinden oder grÖßeren Gebietsverbänden. Siehe auch: Telefonvorwahl (Österreich) Kultur Im 18. und 19. Jahrhundert war Wien ein Zentrum des Musiklebens. Bis heute bestehen viele Opernhäuser, Theater und Orchester sowie Traditionen wie das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und zahlreiche Festspiele. Darüber hinaus gibt es eine vitale Kabarettszene. Auf kulinarischem Gebiet haben die Wiener Kaffeehauskultur, der Heurige sowie zahlreiche landestypische Gerichte eine lange Tradition. Im Jahr 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. Zur Verbreitung der Österreichischen Kultur im Ausland dient das Österreichische Kulturforum. Acht Bauten oder Landschaften Österreichs gehÖren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Musik Auf dem Gebiet der zeitgenÖssischen Musik konnten sich GyÖrgy Ligeti, Friedrich Cerha oder Georg Friedrich Haas etablieren. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird in 44 Staaten übertragen; gespielt werden Walzer, Polkas und Märsche, regelmäßig solche von Johann Strauß (Sohn). Abseits der klassischen Musik sind der Schlager, Bands aus dem Austropop wie die S.T.S. oder Austria 3 und deren Einzelkünstler (Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Rainhard Fendrich) sowie die derzeit erfolgreichste Österreicherin auf dem Chartsektor, Christina Stürmer, bekannt. International erfolgreich waren Johann „Hans“ HÖlzel alias Falco, Hubert von Goisern und DJ Ötzi. Internationale Bedeutung erwarb sich auch die elektronische Musik aus Österreich, darunter etwa Kruder & Dorfmeister. Joe Zawinul, der gemeinsam mit dem Amerikaner Miles Davis die Stilrichtung des Electric Jazz entwickelte, ist der einzige europäische Musiker, der in der Geschichte des Jazz von stilprägender Bedeutung war. Seine Gruppe Weather Report zählt in Fachkreisen und beim Publikum als die bedeutendste Jazzformation im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Tradition haben außerdem die Volksmusik sowie die volkstümliche Musik. Viele alternative Musikgruppen entwickelten sich neben dem Mainstream in Österreich, die auch europaweit szenebekannt sind. Dazu zählen die Rockgruppen Kurt Ostbahn, DENK, die Linzer Hip-Hopper Texta, die Punkband Red Lights Flash aus Graz oder die Metal-Band Belphegor aus Salzburg, um nur einige zu nennen. Theater Kabarett Film Filmregisseure aus Österreich sind Barbara Albert, Franz Antel, Ruth Beckermann, Dieter Berner, Robert Dornhelm, Florian Flicker, Nikolaus Geyrhalter, Michael Glawogger, Wolfgang Glück, Michael Haneke, Jessica Hausner, Michael Kreihsl, Fritz Lang, Bady Minck, Franz Novotny, Peter Patzak, Otto Preminger, Stefan Ruzowitzky, Anja Salomonowitz, Hubert Sauper, Ulrich Seidl, GÖtz Spielmann, Josef von Sternberg, Erich von Stroheim, Hans Weingartner, Virgil Widrich, Billy Wilder. Siehe auch: Filmfestivals in Österreich, Österreichische Filmgeschichte Literatur Namhafte Schriftsteller sind etwa Franz Grillparzer, Joseph Roth, Johann Nestroy, Robert Musil, Ingeborg Bachmann, Karl Kraus, Friedrich Torberg, Felix Mitterer, Thomas Bernhard, Franz Kafka, Peter Handke, H. C. Artmann, Wolfgang Bauer, Ernst Jandl und Christoph Ransmayr wie auch die 1905 mit dem Friedensnobelpreis geehrte Bertha von Suttner und die 2004 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Elfriede Jelinek. Josef Winkler wurde 2008 wie zuvor Elfriede Jelinek (2004) und Friederike MayrÖcker (2001) mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Schriftsteller der Österreichischen Volksgruppen sind Janko Ferk, Gustav Januš und Florjan Lipuš, der von Peter Handke in das Deutsche übersetzt wurde. Bildende Kunst Wissenschaft und Technik In den 1950er Jahren wurde von den Ingenieuren der voestalpine das so genannte Linz-Donawitz-Verfahren entwickelt, das die Stahlproduktion weltweit revolutionierte. Hervorzugeben sind auch die Geländefahrzeuge Haflinger und Pinzgauer, die in der Steyr-Daimler-Puch AG konstruiert wurden, sowie das STEYR AUG, ein Sturmgewehr, das in vielen Armeen der Welt und sogar von der US-Küstenwache eingesetzt wird. Siehe auch: Liste der Österreichischen Nobelpreisträger Essen und Trinken Bedingt durch die Österreichische Geschichte haben vor allem Kochkünste aus Ungarn, BÖhmen, Italien und Frankreich Einfluss auf heimische Gerichte. Vervielfältigt wird die Küche durch traditionelle regionale Kochkunst aus den Bundesländern. Typische Österreichische Gerichte sind das Wiener Schnitzel, Backhendl, Brathendl, Gulasch oder Fischgerichte wie Karpfen und Forelle. Weltweite Bekanntheit haben zudem auch Süßspeisen erlangt, so zum Beispiel die Sacher-Torte, der Apfelstrudel oder der Kaiserschmarrn. In den Östlichen Bundesländern hat sich eine Heurigenkultur entwickelt, die auch bei Touristen beliebt ist. Wein und kalte Speisen stellen hier das Angebot. Große Tradition hat der Weinanbau. Innereuropäisch und auch in Übersee erfreut sich der Österreichische Wein großer Beliebtheit und auch im Land selbst wird mit knapp 40 Liter pro Kopf und Jahr gerne Wein getrunken. Bier hat eine ebenso große Bedeutung in Österreich. Mit knapp 109 Litern Verbrauch pro Kopf und Jahr und mit 140 Brauereien darf sich Österreich als Biernation bezeichnen. Verschiedene Österreichische Kaffeevariationen bilden das Sortiment heimischer Kaffeehäuser. Speziell die Wiener Spezialitäten zählen neben franzÖsischen und italienischen zu den traditionsreichsten in Europa. Sport Wintersport Weitere erfolgreiche Wintersportler sind beispielsweise die Rodler Markus Prock, Wolfgang und Andreas Linger und das Österreichische Skisprung-Team um Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und Martin HÖllwarth, welches in den letzten Jahren zahlreiche Olympia- und Weltcup-Siege für sich verbuchen konnte. Nicht mehr aktive Skisprung-GrÖßen wie Anton Innauer, Hubert Neuper oder auch Andreas Goldberger sind heute als Trainer und oft auch als Co-Fernsehmoderatoren tätig. Sommersport Im Jahr 2003 holte Werner Schlager den Weltmeistertitel im Tischtennis, 1996 wurde Thomas Muster als erster Österreicher überhaupt Nummer 1 der Tennisweltrangliste, nachdem er ein Jahr zuvor den Grand-Slam-Titel von Paris – die French Open – gewonnen hatte. Im Dezember 2005 erschwamm Markus Rogan bei der Kurzbahn-Schwimm-EM über 200-m-Rücken einen neuen Weltrekord, den ersten für Österreich seit 1912. Bei der Kurzbahn-WM 2008 schwamm er über dieselbe Strecke erneut Weltrekord und wurde damit Österreichs erster Schwimmweltmeister überhaupt. Vereinssport Hypo NiederÖsterreich zählt im Frauenhandball zur Zeit ebenso zur europäischen Spitze wie die Vikings Vienna im American Football. GrÖßte Erfolge im Fußball in jüngerer Vergangenheit waren das Erreichen des Finale im UEFA-Cup durch den SV Austria Salzburg 1994 sowie die drei Endspielteilnahmen im Europacup der Cupsieger durch die Wiener Austria 1978 und SK Rapid Wien in den Jahren 1985 und 1996. International erfolgreiche Vereine aus Österreich: American Football: Vikings Vienna, Swarco Raiders Tirol, Graz Giants Internationale Sportveranstaltungen Bei den letzten Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gewann das Österreichische Team 9 Gold-, 7 Silber- und 7 Bronzemedaillen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 wurden 2 Goldmedaillen (durch Roman Hagara & Hans-Peter Steinacher im Tornado-Segeln sowie Kate Allen im Triathlon), 4 Silber- sowie eine Bronzemedaille erkämpft. Vom 7. - 29. Juni 2008 war Österreich gemeinsam mit der Schweiz Veranstalter der Fußball-Europameisterschaft 2008. Siehe auch: Olympische Geschichte Österreichs Siehe auch Literatur
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